Vita und Profil

Seit 2010 arbeite ich als freie wissenschaftliche Zeichnerin für die Grabungsunternehmung Dra‘ Abu el-Naga (Theben West), einem Projekt des Deutschen Archäologischen Instituts, Abteilung Kairo. Die Projektleitung lag bis 2025 bei Dr. Daniel Polz und wird seither von Dr. Ute Rummel fortgeführt.


Über die Jahre ist eine enge, vertraute Verbindung zum gesamten Team gewachsen und ich durfte ein breites Spektrum an zeichnerischen Aufgaben übernehmen: Neben dem Faksimilieren dekorierter Grabwände thebanischer Bestattungsanlagen gehörte die zeichnerische Aufnahme von Grabstelen oder bemalter Ostraka sowie die Erstellung von Objekt-, Befund- und Konstruktionszeichnungen zu meinen Tätigkeitsfeldern. Auch die digitale Aufbereitung analoger Vorlagen bis zur Publikationsreife bildet einen festen Bestandteil meiner Arbeit.

Die langjährige Einbindung in die Grabungsunternehmung in Qurna hat es mir ermöglicht, meine zeichnerische Praxis methodisch und technisch stetig weiterzuentwickeln. In den vergangenen Jahren habe ich mir dabei außerdem umfassende Kenntnisse im Umgang mit dem vektorbasierten Computerprogramm ©Adobe Illustrator angeeignet.

Anja Hilbig beim Faksimilieren der Vorhofsdekoration der Bestattungsanlage K13.6 in Theben

Neben meiner zeichnerischen Tätigkeit liegt mein aktueller wissenschaftlicher Schwerpunkt auf der Untersuchung altägyptischer Möbelfragmente aus Draʿ Abu el-Naga. In diesem Rahmen beschäftige ich mich intensiv mit Fragen zur Konstruktion sowie zur archäologischen und kunsthistorischen Kontextualisierung von Möbelteilen. Daher ist auch die zeichnerische Umsetzung in Rekonstruktions- oder Sprengzeichnungen wichtiger Bestandteil der Untersuchungen.


Meine Dissertation mit dem Titel „Informationsträger Möbel – Grabmobiliar aus Draʿ Abu el-Naga“ wurde an der Freien Universität Berlin von Prof. Dr. Jochem Kahl sowie Dr. Jan Moje begutachtet und am 22.01.2025 mit magna cum laude bewertet. Der Abschluss des Promotionsverfahrens sowie die Veröffentlichung der Arbeit sind für Anfang 2028 vorgesehen.


Anja Hilbig während ihrer Disputation an der FU Berlin mit laufender Präsentation und Publikum

Meine wissenschaftliche und zeichnerische Arbeit versteht sich stets als Verbindung aus analytischer Präzision und visueller Übersetzung archäologischer Befunde. Dieser Anspurch prägt gleichermaßen die Herangehensweise an die eigenen wie auch externe Forschungsvorhaben. Dabei steht nicht nur die zeichnerische Qualität im Vordergrund, sondern ebenso die wissenschaftliche Belastbarkeit der Zeichnungen. Aus dieser Arbeitsweise heraus entstanden verschiedene Auftragszeichnungen oder eigene Forschungsartikel, die in einer gesonderten Publikationsliste dokumentiert sind.